Ina May

Ina May, Autorin

Ina Mays Familie gehörten im Chiemgau seit Jahrhunderten große Besitzungen, und als May in den Dokumenten ihrer Vorfahren stöberte kam ihr die Idee zu einem historischen Krimi. Verbindungen und Schicksale, die sich bereits über Generationen erstreckten; darunter Namen, die noch heute eine Bedeutung haben. Finsteres und Pikantes, die Rede ist auch von einem erbitterten Streit unter Freunden um eine Frau, und von der Einkerkerung eines Mannes der Kirche. In dieser Geschichte geht es um eine Nonne, aber es geht auch um Überzeugungen - in jener Zeit ist man dafür gestorben.

 

Ina May wurde 1972 im Allgäu geboren und verbrachte einen Teil ihrer Jugend in San Antonio/Texas. Nach ihrer Rückkehr in die bayerische Heimat absolvierte sie ein Sprachenstudium und arbeitete als Fremdsprachen- und Handelskorrespondentin für amerikanische Konzerne. Heute lebt sie als freie Autorin mit ihrer Familie am Chiemsee.
May schreibt Kriminalromane, historische Krimis, zweisprachige Jugendbücher, Kurzgeschichten, Artikel für Journale, und erstellt Konzepte für Brettspiele.
Mitglied im  „Syndikat“
Mitglied der „Mörderischen Schwestern“

Website: www.inamay.de

Bücher

Cover: Im Licht des Todes. Historischer Kriminalroman
Cover: Sechs Freunde für ein Halleluja
Cover Kriminalroman: Wenn es Nacht wird auf Maui

Interview

Christine: Ist Schreiben dein Hauptberuf?

 

Ina: Mittlerweile ja. Hier erwähnt man für gewöhnlich, was man gelernt hat, in welche Richtung sich der ursprüngliche Job bewegte - also, ich bin Fremdsprachen- und Handelskorrespondentin.

Heute darf ich sagen, ich bin außerdem Autorin.

 

Christine: Erzähl uns von deinem ersten Buch. Wie lange ist es her? Wovon handelte es?

 

Ina: Mein erstes Buch - jetzt musste ich überlegen. Ein Krimi, erschienen im Spielberg Verlag 2007 – „IsarKiesel“. Gern ein paar Infos, was den Leser "im Innern" erwartet:

Die Vergangenheit lebt – und manchmal fordert sie den Tod.

München 1958, ein unbekannter Toter wird am Ufer der Isar aufgefunden.

Fünfzig Jahre später ...

Ein alter Tagebuchauszug erreicht Gabriel Gutenson, Professor für Kriminologie an der LMU München. Die Aufzeichnungen berichten von Blut, das an den Wänden klebt, vom Eindruck einer Tat, an die sich der Schreiber nicht erinnern kann. Gutenson gerät in den Sog einer geheimnisvollen Familiengeschichte und erfährt, das raffinierte Lügen tödlich sein können.

Der Schlüssel ist eine einzige Nacht in der ein grausiger Mord geschah. Das Verbrechen gab dem Täter die Macht, ein geschicktes Lügengebilde aufzubauen, das noch im Hier und Jetzt nachklingt und einen jungen Mann glauben macht, sein Vater wäre ein Mörder.

Kriminologie ist ein Hauptbestandteil, daneben die Rechtsmedizin. Es werden unter anderem bekannte Kriminalfälle aufgearbeitet, wie zum Beispiel der historische Mordfall „Cora Crippen“, oder der Prozess gegen den ehemaligen Footballspieler O.J. Simpson.

Die Recherchen gestalteten sich relativ unproblematisch. Mein Großvater war lange Jahre im gerichtsmedizinischen Institut in München im Bereich Pathologie tätig und beeinflusste selbstverständlich meine Kindheit entsprechend.

Zudem dokumentierten ein Kriminalhauptkommissar der Polizeidirektion Oberfranken, sowie ein ehemaliger Kripobeamter der Direktion in der Ettstraße in München die Abläufe und Ermittlungsverfahren bei Mord – auch wenn dieser bereits vor langer Zeit begangen wurde.

Der Krimi spielt in München und Umgebung, sowie in Augsburg. Schauplätze sind natürlich die Ludwig-Maximilians-Universität, die Rechtsmedizin in der Frauenlob- und Nussbaumstraße, die Kriminalpolizei in der Ettstraße, Teile der Innenstadt, sowie einige Stadtviertel. Nicht zuletzt die Isarauen und der Biergarten am chinesischen Turm.

 

Christine: „Im Licht des Todes“ spielt ja ebenfalls in München. Wie kamst du auf die Idee, eine Nonne ermitteln zu lassen?

 

Ina: Ich habe mich ein wenig mit meiner eigenen Familiengeschichte beschäftigt, und da taucht irgendwo ein Priester auf, allerdings im 17. Jahrhundert. Weil mir jemand einmal sagte, eine Autorin sollte sich in jedem Fall eine überzeugende, weibliche Hauptperson einfallen lassen, nahm ich den Rat an. Auch waren die Rollen der männlichen Figuren "Im Licht des Todes" schon  besetzt, also entschloss ich mich für eine Nonne - Clara Hortulana.

 

Christine: Was schreibst du gerade?

 

Ina: Einen Allgäukrimi - etwas, was ich schon lange vorhatte - ich bin in Kempten geboren, und mit der kleinen Marktgemeinde Nesselwang noch immer durch meine Familie verbunden.

Ich habe mir einen See ausgesucht, der für mich schon seit jeher etwas geheimnisvolles hat; der Kögelweiher ist ein Moorsee, der im Wald liegt. Mein Tatort. Im kommenden Herbst soll "Tod am Kögelweiher" (mein Arbeitstitel) bei Emons erscheinen.

 

Christine: Zum Abschluss eine Frage, die nichts mit dem Schreiben zu tun hat. Was machst du in deiner Freizeit?

 

Ina: Ich bin alles, nur kein Wintertyp - also gehe ich gern schwimmen, auch mal ins Hallenbad (wenn es zu kalt für den See ist), gehe Tontaubenschießen, spiele Schach und Poker, stricke Norwegerpullis (die Muster sind gut), und sitze gern irgendwo und freue mich über einen sensationellen Sonnenuntergang.