Lola Victoria Abco

Letzte Sonnenstrahlen überziehen den Wald mit einem goldenen Schleier. Leise rauschend fährt der Wind durch die Baumkronen. Elche grasen bedächtig auf der Wiese davor, ohne sich von den Trollen und Elfen stören zu lassen. Es wird Abend in Lola Victoria Abcos Heimat Schweden. 

 

Zum Repertoire der Autorin gehören Kriminalromane und Krimikomödien, Thriller sowie Belletristik. Reizvoll am Schreiben empfindet sie, die Realität am Schopfe packen zu können, ihr den Mantel namens Fiktion überzustülpen und dessen Muster selber zu kreieren. 

 

Weitere Informationen über Lola Victoria Abco und ihre Bücher gibt es unter www.Lola-Victoria-Abco.de

Cover: 5 Damen spielen falsch

Interview

„5 Damen spielen falsch“ ist dein neuester Kriminalroman. Was hat dich daran gereizt, ihn aus der Perspektive der Täterinnen zu schreiben?

 

Eine Frage, die mich beschäftigt hat, war: Wie muss man sich Kriminelle als konkrete Personen vorstellen? Wie leben sie, was treibt sie an? Sind es Menschen, mit denen man sich auf eine Tasse Kaffee treffen würde oder würde man um sie einen großen Bogen machen? Wenn eine Kriminelle nicht so komplett anders tickt wie wir, was passiert mit uns, wenn unsere Sympathie für sie mit der Empathie für ein Opfer konfrontiert wird?

Ganz bewusst habe ich diesem Krimi einen komödiantischen Anstrich gegeben. Ohne an Spannung zu verlieren, lässt eine Krimikomödie Überzeichnungen zu, die viel Wahrheit über unser Verhalten ans Tageslicht bringt. 

 

Wieso hast du als Schauplatz einen fiktiven Ort an der Ostsee ausgewählt?

 

Die 5 Damen sind Leute wie du und ich. Daher wollte ich auch, dass sie an einem Ort wohnen, der alles andere als gefährlich wirkt. Der Hamburger Kiez wäre zum Beispiel gänzlich unpassend gewesen. 

 

Die fünf Hauptpersonen in deinem Buch bilden zusammen einen Romméclub. Spielst du selbst Rommé?

 

Ja, sehr gerne sogar und auch andere Gesellschaftsspiele. Gemeinsam zu spielen, ist auch für uns Erwachsene eine tolle Möglichkeit, Kontakt zu pflegen. Man wird gefordert und hat gemeinsam Spaß. Obendrein kann ich mich unterhalten, Ideen durchdiskutieren und Möglichkeiten ausloten. Ganz so wie es die 5 Damen in meinem Roman tun. Na, vielleicht gehe ich nicht so weit wie sie. Und wenn ja, würde ich es hier zugeben?

 

Was reizt dich generell am Schreiben?

 

Das Schöne daran ist, ich kann eine fiktive Welt entwerfen und Dinge, die mich beschäftigen, durchspielen. Es ist, als würde ich mit Worten malen. Ich entwickle und gestalte Figuren, erschaffe ihnen eine Umwelt und setze sie prekären Situationen aus. Ein Text besteht nicht aus einem einzigen Bild, sondern aus vielen, in denen sich der Protagonist entwickelt und verändert. 

 

Welche SchriftstellerInnen sind deine Vorbilder?

 

Es gibt natürlich welche, die ich besonders gerne mag, z. B. Patricia Highsmith oder die Schwedin Marie Hermanson. Mir gefällt es wie sie sich einem Thema nähern und Spannung aufbauen ohne in das Schema „Whodunit“ – Gut und Böse zu verfallen. Als Vorbilder, denen ich eins zu eins nacheifere, würde ich sie dennoch nicht bezeichnen. Ich möchte meine ganz eigenen Bücher schreiben. 

 

In welchen Genres schreibst du?

 

Vorwiegend schreibe ich Spannungslektüre, gelegentlich mit einem komödiantischen Einschlag versehen, sowie Belletristik und Gedichte. Ich wähle das Genre danach aus, wie es mein Ziel am besten transportiert.

 

Hast du bereits deinen nächsten Roman in Arbeit?

 

Ich gehöre zu denjenigen, die mehrere Eisen im Feuer haben. Wenn ein Manuskript geschrieben ist, lege ich es eine Weile zur Seite, um es mit einem gewissen Abstand erneut durchzugehen. Die Phase dazwischen ist eine gute Zeit ein neues Projekt zu beginnen.

 

Willst du schon mal verraten, worum es darin geht?

 

Bringt das nicht Unglück? Besser ich verrate es, wenn die Veröffentlichung unter Dach und Fach ist.

 

Du lebst in Schweden. Könntest du dir vorstellen, einen Roman zu schreiben, der in deiner neuen Heimat spielt?

 

Oh, ja! Das ist etwas, über das ich tatsächlich schon länger nachdenke. Schweden ist ein wunderbares Land, das sich hervorragend als Kulisse eignen würde. So ähnlich sich unsere Kulturen sind, gibt es aber auch Unterschiede, die ich gut in einem Roman aufgreifen könnte.

 

Vielen Dank und viel Spaß und Inspiration.